Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


epoko:periodo_4

Nationalsozialismus (1933 - 1945)

Mit dem Regierungswechsel im Januar 1933 (Reichskanzler Hitler) änderte sich für die bürgerlich (neutrale) Esperanto-Bewegung zunächst nichts. In den ersten Wochen wurden alle Organisationen der Arbeiterbewegung verboten, also auch die Esperanto-Arbeiterbewegung. Das Büro des Deutschen Arbeiter-Esperanto-Bundes in der Diercksenstraße wurde geschlossen. Auch der konkurrierende Arbeiter-Esperanto-Verband (SAT, moskaukritisch) wurde verboten. Er hatte seinen deutsche Zentrale in Leipig

Der neue Wind wurde sichtbar an der Tatsache, daß beispielsweise jüdische Lehrer (die teilweise auch Esperanto an Schulen unterrichtet haben) aus dem Lehrerverband ausgeschlossen wurden.

Die Führung des Deutschen Esperanto-Bundes, die in Berlin saß, versuchte den neuen Verhältnissen zuvorzukommen und führte das Füherprinzip ein. Einige Gruppen verließen daraufhin den Dachverband. Arnold Behrendt war vermutlich kein strammer Nazi, sondern ein Bürgerlicher, der versuchte sich mit den neuen Verhältnissen zu arrangieren und das Beste für Esperanto herauszuholen.

1936 wurden die Daumenschrauben hinsichtlich Esperanto angezogen. Eine Folge davon ist, daß die Bibliothek des Deutschen Esperanto-Instituts in Leipzig aufgelöst und die Bücher in die Staatbibliothek nach Berlin gebracht wurden.

Esperanto war bis 1945 nicht verboten, auch wenn das teilweise so dargestellt wird. Es durfte im privaten Kreis gepflegt werden. Ausländische Esperantisten haben Berliner Freunde besucht und darüber berichtet.

Über die Zeit ist wenig bekannt, da die Zeitschriften ihr Erscheinen einstellen mußten.

Einige Berliner Esperantisten waren jüdischer Abstammung, was bis dahin keine Rolle gespielt hatte.

offizielle Version

in den Vereinsseiten von ELB

Mit der Machtübernahme des Faschismus 1933 wurden alle Arbeiter-Esperanto-Organisationen verboten und das Büro des Deutschen Arbeiter-Esperanto-Bundes in der Berliner Dircksenstraße geschlossen, ab 1936 war in Deutschland Esperanto verboten. In demselben Jahr übernahm die Preußische Staatsbibliothek in Berlin die Büchersammlung des Deutschen Esperanto-Instituts in Leipzig. Sie überdauerte den Krieg und ist dank der Arbeit von Ostberliner Esperanto-Freunden in den 60-er Jahren heute zugänglich.

andere Quellen

Ulrich Lins, Die gefährliche Sprache

epoko/periodo_4.txt · Zuletzt geändert: 2015/03/19 18:14 von roland