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Zwanziger Jahre

In der Zeit zwischen den Ende des Ersten Weltkrieg 1918 und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 gab es in Berlin ein reges Esperanto-Leben. Das ist erstaunlich, da es schwere Zeiten waren. Das Trauma des Ersten Weltkriegs mußte verarbeitet werden, als Esperantisten auf beiden Seiten der Front mit Stolz in den Schützengräben gekämpft haben. Es gab Inflation und Wirtschaftskrise.

Die Zentrale des Deutschen Esperanto Bundes wurde wieder von Dresden nach Berlin verlegt. Die bewährten Aktivisten Behrendt und Ellersiek waren als Organisatoren, Verleger, Referenten unermüdlich am Werk.

In Berlin gabe es mehrere Gruppen, auch aus der Arbeiter-Esperanto-Bewegung und eine Reihe von Aktivisten, die als Leiter von Gruppen Vorträger organisierten.

Gruppen

Rundfunk

Insbesondere Arnold Behrendt, der auch beruflich als leitender Beamter bei der Post mit dem Thema vertraut war, setzte sich leidenschaftlich für die Anwendung von Esperanto in den jungen Medium des Rundfunks ein. Dort gabe es viele Möglichkeiten, weil neue Sendeformen erprobt oft erst geschaffen werden mußten. Auch war der Rundfunk an grenzüberschreitenden Kontakten interessiert.

Die neu entstandenen Zeitschriften für Rundfunkhörer haben über Esperanto berichtet.

Verlage

Der Verlag von Ellersiek und Borel wurde wieder nach Berlin verlegt.

Das Deutsche Reichs-Adressbuch für Industrie, Gewerbe, Handel und Landwirtschaft, 5 Bände von 1929 hatte das Vorwort in Esperanto und Deutsch (S. III-IV)

11.369 S., 27. Aufl., Druck & Verlag Rudolf Mosse, Berlin.

Tagespresse

Berliner Tageszeitungen haben vielfach über Esperanto berichtet, was im Germana Esperantisto vermerkt wurde.

Der Verlag von Mosse hat eine eigene Serie.

Es gab Beilagen zu Esperanto-Themen.

Kongresse

Es fand kein internationaler Kongress (Esperanto-Weltkongress, UK) in Berlin statt. Aber Berlin war oft ein beliebter Halte- und Sammelpunkt für Reisende, die zu Kongressen in anderen Städten fuhren.

1931 Vorkongress in Berlin GE 12/1930, p. 176 Deutscher Esperanto-Kongres in Hamburg oder 23. UK in Krakow

abgesagt GE 97 wegen interner Problee, aber in Breslau 116

Offizielle Version

in der Website der von Esperanto.berlin

Nach der Herausgabe von Lehr- und Wörterbüchern, der Organisation von Esperanto-Unterricht und der Information der Berliner Öffentlichkeit über die Möglichkeiten der neuen Sprache entstand in Berlin eine vielfältige Esperanto-Kultur als Bestandteil der Berliner Kultur und der internationalen Esperanto-Kultur. In der Zeit der Weimarer Republik entstanden in Berlin zahlreiche neue Esperanto-Gruppen, auch sieben Fachgruppen. Die Anwendung dieser internationalen Sprache erreichte immer größere Vielfalt.

Verlage wie Borel, Ellersiek, und Mosse publizierten Belletristik und Fachliteratur in Esperanto. Schriftsteller übersetzten nicht nur, sie schufen literarische Werke auch original in Esperanto wie der Regisseur und Drehbuchautor Jean Forge, dessen Werke in mehrere Sprachen übersetzt wurden (“Mr. Tot aĉetas mil okulojn” / “Mr. Tott kauft 1000 Augen”, Roman, 1931). 1924 begannen erste Radiosendungen in Esperanto. Neben den bürgerlichen Esperanto-Organisationen entwickelten sich ab 1911 in Berlin Arbeiter-Esperanto-Gruppen, die sich später politisch differenzierten (Deutscher Arbeiter-Esperanto-Bund, Sozialistischer Esperanto-Bund u.a.).

epoko/periodo_3.txt · Zuletzt geändert: 2015/03/13 05:20 von roland